Daytona-Prototypen: Die dritte Generation

Daytona-Prototypen: Die dritte Generation

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Wenn am nächsten Wochenende die Startflagge zu den 24 Stunden von Daytona fällt, stellt dies nicht nur den traditionellen Auftakt zur US-Motorsportsaison dar, sondern auch die Premiere der neuen Generation Daytona-Prototypen.

Gegenüber den bisherigen Fahrzeugen der zweite Generation fällt vor allem das schmälere Cockpit ins Auge. Dies gibt den neuen Autos eine Form, die mehr an geschlossene LMP erinnert als bisher. Auch sitzt der Fahrer nun mehr in der Mitte des Autos.

Die Front der Fahrzeuge mit den Kotflügeln und stärker gerundeter Fronthaube erinnert nun mehr an die Front diverser Seriensportwagen und auch das etwas stärker angehobene Heck verbessert die viel kritisierte Optik der Daytona Prototypen.

Unter der Verkleidung wenig Neues

Wenig getan hat sich hingegen unter der Verkleidung. Aus Kostengründen blieben die Radaufhängung, der Antriebsstrang und die Elektronik des Vorgängers erhalten.

Die Kosten waren aber auch der Grund für die Einführung der Daytona-Prototypen. So liegen die Anschaffungs- und die laufenden Kosten bei einem DP deutlich niedriger als bei einem LMP. Erkauft wurde dies jedoch durch den Einsatz veralteter Technik wie Gitterrohrrahmen und Stahlbremsscheiben sowie dem Einsatz getunter Serienmotoren anstelle von reinen Rennmotoren.

Die Geschwindigkeit

Wie die Tests in Daytona Anfang des Monats zeigten, liegen die neuen Fahrzeuge bezüglich der Rundenzeiten etwa auf demselben Niveau wie im letzten Jahr. So war die schnellste Runde (übrigens von einem Corvette-DP) etwa 1,5 Sekunden langsamer als Jörg Bergmeisters Qualifying Runde 2011, wobei dieser von deutlichen Zugeständnissen der Veranstalter profitierte, um den kleineren Motor konkurrenzfähig zu machen.

Kritik wegen der Kosten

Laut Meinung vieler Teams kommt die Einführung der neuen Prototypen allerdings zur falschen Zeit. Anders als in Europa hat sich die Wirtschaft in den USA noch nicht von der letzten Krise erholt, was das Anwerben von Sponsoren erschwert. Auch das Damoklesschwert der Eurokrise mit den drohenden Auswirkungen auf die US-Wirtschaft machen den Teams das Leben nicht einfacher.

Nach ersten Zweifeln im Herbst, was die Anzahl der neuen Prototypen angehen würde, hat sich jedoch die Lage entspannt. Neben den Corvette DP treten zumindest auch Ganassi und Michael Shanks Racing mit neuen Prototypen an. Insgesamt sind 14 Daytona-Prototypen zum 24-Stunden-Rennen gemeldet.

Motorenseitig werden BMW-, Ford- und Corvette-Motoren zum Einsatz kommen. Leider nicht mehr vertreten sind die Porsche-Motoren, die ohne Werksunterstützung immerhin im Jahr 2010 gewinnen konnten.

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