SRO-Serien: Auf in die Zukunft

SRO-Serien: Auf in die Zukunft

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Traditionell lädt Stéphane Ratel am Freitagmittag der 24 Stunden von Spa die versammelte Sportwagenjournalie zur Pressekonferenz. Diesmal lag eine besondere Spannung in der Luft, wurde doch kürzlich von der SRO verkündet, man werde zukünftig keine Weltmeiserschaft für GT-Rennwagen mehr ausrichten.

Als es in Spa wie aus Eimern schüttete, ließ Ratel die Katze aus dem Sack. Nach dem Ende der GT1-Weltmeisterschaft wird es ein neues Format unter dem Banner der SRO geben. Einer der wichtigsten Eckpfeiler des neuen Konzepts wird die boomende Blancpain Endurance Series sein, deren epischer Saisonhöhepunkt gerade in Spa gefeiert wird. Die Kalenderentwürfe für die neue Serie und die BES wurden ebenfalls vorgestellt.

Nach dem Ende der WM wird es neben der BES eine Sprintserie geben, deren Rennen wieder über zweimal je eine Stunde gehen. Die besten Hersteller und Teams der neuen SRO Sprint Series und der BES gewinnen den Titel einer GT World Series. Die Kalender der Serien werden so aufeinander abgestimmt, dass die Teams mit ihren Wagen in beiden Meisterschaften antreten können. Außerdem gilt für beide Serien die gleiche Balance of Performance.

Im Fokus für die Zukunft der SRO-Serien steht vor allem die Kostenentwicklung. Folglich werden künftig Weiterentwicklungen der Boliden nur noch mit einer Sondergenehmigung in der BES erlaubt sein. Alle Rennwochenenden werden mit Ausnahme der 24 Stunden von Spa Zweitagesveranstaltungen sein. Neben Spa wird man auf vier anderen Strecken fahren. Zurzeit werden noch Überlegungen angestellt, dass eines der Rennen über eine Distanz von 1.000 Kilometern geht.

Der Kalender der Blancpain Endurance Series 2013 liest sich folgendermaßen:

  • 14.04.2013 - Monza
  • 02.06.2013 - Silverstone
  • 30.06.2013 - Paul Ricard
  • 27.-28.07.2013 - Spa-Francorchamps    
  • 22.09.2013 - Nürburgring

Endgültiges Konzept der SRO Sprint Series bis Oktober

Der Feinschliff am Konzept der neuen Sprintserie wird in Zusammenarbeit mit den derzeit in der WM involvierten Teams und jenen, die Interesse bekunden, bis Oktober erarbeitet, um es dann der FIA vorzulegen. Geht es nach der SRO, sollen Teams mit zwei bis drei Wagen je Hersteller an den Start gehen. Dies solle aber mit einer Partnerschaft zwischen den Teams und den Herstellern einhergehen. Kommen diese Partnerschaften bis Oktober nicht zustande, wird es keine Begrenzungen bezüglich der Wagen je Team und Hersteller geben.

Der Kalenderentwurf der SRO Sprint Series umfasst derzeit neun Veranstaltungen. Diese Zahl könnte noch auf sieben reduziert werden. Die Rennen in Frankreich und Portugal würden dann gestrichen.

  • 17.02.2013 - Abu Dhabi
  • 31.03.2013 - Nogaro
  • 28.04.2013 - Zolder
  • 12.05.2013 - Navarra
  • 14.07.2013 - Zandvoort
  • 18.08.2013 - Slovakia Ring
  • 08.09.2013 - Moskau
  • 06.10.2013 - Algarve
  • 01.12.2013 - Neu-Dheli

Gründe für das Ende der Weltmeisterschaft

Ratel nahm auch zu den Gründen, die seiner Meinung nach zum Scheitern der WM führten, Stellung.

  • In wirtschaftlich schwierigen Zeiten machten die horrenden Lizenzgebühren der FIA der Serie den Garaus.
  • Ein, wie Ratel es nannte, „chaotischer Wettbewerb“ mit nationalen Veranstaltern habe Stück für Stück die Strukturen, die von der SRO über Jahre installiert wurden, zerstört. Dies kann ohne Weiteres als Seitenhieb in Richtung ADAC GT Masters gewertet werden, wo man sich Anfang des Jahres von der SRO distanzierte, um sein eigenes Süppchen zu kochen.
  • Die WEC bietet Fahrern und Teams eine zweite weltweite Plattform
  • Der GT1 ist es zu keinem Zeitpunkt gelungen die Werke, die für das Vorhaben WM notwendig gewesen wären, zu gewinnen.

Trotz allem wird die SRO die WM-Saison 2012 zu einem sauberen Ende führen. In drei Wochen wird die Serie ein zweites Mal in diesem Jahr auf dem Slovakia Ring starten, nachdem der erste Auftritt dort von den Fans in der Umgebung gut angenommen worden war. Anfang September wird man zusammen mit der GT3-Europameisterschaft in Moskau starten, bevor man wiederum drei Wochen später im Rahmen der BES am Nürburgring antritt. Der finale WM-Lauf wird wie geplant Anfang Dezember in Indien stattfinden.

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