| LMP-Reglement: Grüne Zukunftsvisionen |
| Geschrieben von Maximilian Graf | |||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
| Mittwoch, 28. Juli 2010 | |||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
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Obwohl die endgültige Fassung des Regelwerks für die nächste Saison immer noch nicht zu Papier gebracht wurde, diskutieren Veranstalter und Konstrukteure hinter den Kulissen bereits anderweitig über Zukunftsideen. Vor wenigen Wochen tagte der ACO mit Herstellern, Teams und Reifenlieferanten, um Meinungen über die Prototypen-Regularien für das Jahr 2014 auszutauschen. Unsere Kollegen von „Mulsanne's Corner“ sperrten die Ohren auf und veröffentlichten einige Eckdaten. Neben den üblichen Verdächtigen wie Peugeot und Audi überraschten unter anderem Porsche, Toyota und die Formel-1-Mannschaft von Renault mit ihrer Präsenz. Im Fokus der Diskussionen standen Themen zur Verbesserung der Energieeffizienz, das Zeitenniveau in Le Mans und Kostensparmaßnahmen in der LMP2-Kategorie. Im Großen und Ganzen ist das langfristig deklarierte Ziel, Rennen zu fahren, ohne die Umwelt essenziell zu belasten. Ein Konsens herrschte demgemäß bei der Debatte bezüglich Energierückgewinnungssysteme, welche der ACO fördert und deshalb die Art und Anzahl der Benutzung freistellt. Als Beispiel nennen die Regelmacher die bekannte Variante, die überschüssige Bremsenergie zur Rückgewinnung zu verwenden. Der dabei gewonnene oder gespeicherte Energiebetrag ist nicht limitiert – allerdings darf der Vorderradantrieb ausschließlich durch diese gewonnen Energie angekurbelt werden. Sicherheitsvorschriften würden bei jedem neuen Konzept entsprechend definiert werden. Teilnehmer der Sitzung
Kontrolle der maximalen Leistung
Als komplizierteres Thema entpuppte sich dagegen die Motorleistung. Demnach möchte sich der ACO sowohl in der LMP1 als auch der LMP2 einen Überblick über die maximale Antriebskraft verschaffen, indem eine obligatorische Box in den Motoren verpflanzt wird, welche die Leistung in den Einspritzdüsen kontrolliert. Da sich die Entwicklung eines solchen Gerätes jedoch als ausgesprochen schwierig erweise, war der Alternativvorschlag der Hersteller, dies über die Kraftstoffmenge zu regulieren. Ebenso möchte der ACO die Energie des Kraftstoffes selbst begrenzen, da nicht jeder Treibstoff (Benzin, Diesel, Strom usw.) dieselbe Kraft hat. Abhängig von der Kraft, die ein Treibstoff erzeugen kann, schreibt das Reglement demnach vor, wie viel mit dem jeweiligen Antriebsmittel verbraucht werden darf. Damit knüpfen die Regelmacher an die Gruppe-C-Ära an, als die Treibstoffmenge schon einmal limitiert wurde.
Mehr Stabilität im LMP2-Reglement
Eine klare Linie gibt der Automobilklub des Westens dagegen zum Thema geschlossene und offene Fahrzeuge vor. Zunächst werde die Entscheidung den Konstrukteuren überlassen, auf kurz oder lang forciert der ACO jedoch eine geschlossene LMP1- und eine offene LMP2-Division, denn die Regelmacher behalten sich Änderungen in diesem Belangen vor. Aus Sicherheitsbedenken können die Cockpittemperaturen im Übrigen mithilfe einer Klimaanlage reduziert werden.
Langsamere Rundenzeiten in Le Mans Zwei einfache Mittel, um dieses Ziel zu erreichen, sind die Leistungsreduktion und Modifikationen an der Aerodynamik. Als weiteres Instrument kommen die Reifen ins Spiel, deren Lebensdauer verlängert werden soll, was die Konstrukteure befürworten. In diesem Zusammenhang betonten die Reifenhersteller, dass sie aus jenem Grund dringend diverse Angaben von den Teams brauchen, um sie mit ihren Forschungswerten abzugleichen.
Als letzter Punkt stand ein Testlimit auf der Tagesordnung. Der ACO möchte demzufolge die Mannschaften dazu bewegen, die gesamte Saison in der Le Mans Series oder American Le Mans Series zu bestreiten, anstatt lediglich einzelne Gastauftritte zu absolvieren. Um diesen Trend zu unterbinden, intendiert der Veranstalter die Anzahl der Testfahrten zu limitieren. Da sich dies jedoch schwierig bewerkstelligen lässt, müssten die Reifenhersteller involviert werden. Ein Ansatz ist nämlich die Anzahl der Pneus zu begrenzen, weshalb die Reifenlieferanten den ACO entsprechend informieren müssten. Die Regelmacher erwarten weitere Vorschläge beim nächsten Treffen im Oktober. Weiteres zum Thema |
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