| 24 Stunden von Spa: Klassiker in neuem Gewand |
| Geschrieben von Ralf Kieven | |
| Mittwoch, 28. Juli 2010 | |
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Nach der Präsentation der GT1-WM vor gut einem Jahr stand fest, dass die neuen GT1-Rennwagen nicht mehr beim Langstreckenklassiker in den Ardennen teilnehmen werden. Stattdessen rücken die GT2-Boliden zur Topkategorie auf und fahren um den FIA GT2 European Cup. Das Feld wird mit Fahrzeugen aus der GT3- und GT4-Klasse aufgefüllt. So kommt die 2010er Ausgabe des erstmals 1924 ausgetragenen Rennens auf ein beachtliches Feld von 42 Startern. Erstmals seit 2001, als das Rennen in den Kalender der FIA GT aufgenommen wurde, sind die Boliden aus der GT1 nicht startberechtigt. Auf dem Papier sind somit die Protagonisten aus der GT2-Kategorie die heißesten Anwärter auf den Gesamtsieg Acht Wagen, davon zwei Ferrari und sechs Porsche, werden das Rennen um den GT2 European Cup aufnehmen. Auf Ferrari-Seite spannt das Team AF Corse mit dem Seriensieger Vitaphone zusammen. Einer der beiden italienischen Sportwagen ist mit Gianmaria Bruni, Bert Longin, Eric van de Poele und Toni Vilander absolut siegfähig besetzt. Das Porsche-Kontingent setzt sich aus je zwei Wagen von ProSpeed und und IMSA Performance sowie je einem Wagen von Trackspeed und BMS Scuderia zusammen. Die Favoritenrolle im Porsche-Lager fällt auf die ProSpeed-Besatzung mit der Startnummer 13 mit Richard Westbrook, Marco Holzer, Marc Lieb und Marc Goossens und den BMS Scuderia-Porsche mit Romain Dumas, Jörg Bergmeister, Martin Ragginger und Wolf Henzler. Der IMSA-Porsche #16 mit Raymond Narac, Patrick Long, Patrick Pilet und Richard Lietz ist ebenfalls hinreichend stark besetzt.
Neben diversen Cup-Porsche-Boliden und einem Ferrari starten in der GTN mit einem Ford Mustang und einem Mosler auch zwei Exoten. Während der Mustang aus der Belcar mit betuchten Amateuren besetzt ist, konnte Gravity International auf dem Mosler neben dem Belgier Vincent Radermecker den ex-Formel-1-Piloten Romain Grosjean verpflichten. Das größte Starterkontingent bietet die GT3-Klasse. Hier gehen 22 Wagen von sechs unterschiedlichen Herstellern in das Rennen. Ganze sieben Starter kommen aus dem Audi-Lager. Je zwei Wagen kommen von Phönix und United Autosports. Die aus der Belcar stammende WRT-Mannschaft bringt gar drei R8 LMS an den Start.
WRT setzt bei den Besatzungen auf eine Mischung aus Audi-Spezialisten und Fahrern mit Spa-Erfahrung. Die Werksfahrer Frank Biela und Frank Stippler konnten dem Team bei den Testfahrten bereits wertvolle Tipps geben. United Autosports hat die beiden Cockpits aus der GT3-EM mit alten Haudegen aus der Formel 1 aufgefüllt. In den blau-rot-weißen Audi-Rennern geben sich Eddie Cheever, Mark Blundell und Stefan Johansson die Ehre. Porsche konzentriert seine Werksaktivitäten dagegen auf die GT2-Einsatzteams. So sind die vier GT3R – je zwei von ProSpeed und Mühlner Motorsport – mit Kundenpiloten besetzt. Ebenfalls vier Wagen kommen von Lamborghini. Reiter Engineering und Argo Racing bringen je einen Gallardo in die Ardennen. Das Gulf Team First kommt mit zwei wunderschönen LP560-4. Der Lambo hat seine Qualitäten auf der Ardennen-Achterbahn schon bewiesen. Reiter gewann mit Kox und Hayek den Wertungslauf zur britischen GT-Meisterschaft in Spa, und Argo Racing konnte bereits zweimal die schnellste Trainingszeit in der Belcar vorlegen. Bei Argo sind allerdings bislang noch keine Piloten fixiert. Lediglich Kenneth Heyer wird als Fahrer gehandelt.
Zum guten Schluss sei die GT4-Klasse genannt. Hier kämpfen zwei Speedlover-Porsche gegen einen RJN-Nissan und einen Aston Martin V8 Vantage aus dem Hause Jota Sport. |