Sugo-Krimi: Tsukakoshi dreht Rennen in letzter Kurve
Geschrieben von Maximilian Graf
Sonntag, 25. Juli 2010
Die Entscheidung fiel in der letzten
Kurve. Beim Herzschlagfinale in Sugo überrumpelte Koudai
Tsukakoshi seinen Markenkollegen Takashi Kogure und gewann das
Honda-Duell um wenige Tausendstelsekunden. Überfliegerduo
Motoyama/Tréluyer erwischte dagegen die Defekthexe.
Das Rennen im Sportsland Sugo
entwickelte sich zum Schluss hin zu einem regelrechten Krimi, in
jenem letztlich Nuancen über Sieg und Niederlage bestimmten.
Koudai Tsukakoshi (Keihin-Honda) und Takashi Kogure (Weider-Honda)
standen sich im markeninternen Zweikampf gegenüber und lieferten
sich bis zum Zielstrich einen beinharten Schlagabtausch. Tsukakoshi
knöpfte sich seinen Rivalen schlussendlich in der letzten Kurven
im letzten Umlauf vor und überholte Kogure auf der Außenbahn.
Die beiden Streithähne trennten nach diesem Thriller beim
Kreuzen der Ziellinie 25 Tausendstelsekunden – die knappste
Entscheidung in der Geschichte der Super GT.
Kogure und Loïc Duval mussten
folglich mit Rang zwei Vorlieb nehmen, während Tsukakoshi und
sein Stallgefährte Toshihiro Kaneishi ihren ersten Triumph in
der japanischen Gran-Turismo-Meisterschaft bejubelten. Der Honda
HSV-010 GT verbuchte wiederum den zweiten Sieg in seiner Debütsaison.
„Ich kann immer noch nicht glauben, dass wir wirklich gewonnen
haben“, feixte Tsukakoshi nach dem Herzschlagfinale. „Wenn mich
morgen e-Mails mit Glückwünschen überhäufen werde
ich bestimmt darin versinken.“
Drama um Motoyama/Tréluyer
Satoshi Motoyama und Benoît
Tréluyer (Nismo) erlebten dagegen nach der Parade im Training
und der Qualifikation einen schwarzen Tag mit einem dramatischen
Ende. Zwar rauschte Pole-Mann Tréluyer der Konkurrenz infolge
eines Raketenstarts zunächst davon, doch konnte letzten Endes
kein Kapital daraus schlagen. Nach der Übergabe an seinen
Kumpanen ereilte die Mannschaft ein Elektrikproblem. Motoyama musste
bei acht verbleibenden Runden mit einem Vorsprung von fast zehn
Sekunden einen herben Dämpfer hinnehmen, doch rettete noch den
sechsten Rang.
Auf dem Bronzenrang landeten Daisuke
Ito und Björn Wirdheim (Eneos-Lexus), die von alldem Trubel
verschont blieben, denn die japanisch-schwedische Fahrerpaarung
erreichte die Zielflagge mit einem Rückstand von über zehn
Sekunden. Damit verteidigte das Duo mit 102 Zählern die Meisterschaftsführung. Vierte wurden Tsugio Matsuda und Ronnie Quintarelli
(Impul-Nissan). J.P. Lima de Oliveira und Hironobu Yasuda
(Kondo-Nissan) beendeten den Lauf an fünfter Stelle.
Eng wurde es auch noch einmal im Kampf
um Position sieben. Juichi Wakisaka und André Lotterer
(Petronas-Lexus) hielten sich mit Händen und Füßen
Takuya Izawa und Naoki Yamamoto (Kunimitsu-Honda) vom Hals und
behielten beim Fallen des schwarz-weißen Tuches um eine
Zehntelsekunde die Oberhand. Im selben Atemzug schafften es die
Kontrahenten als Letzte, sich noch in einem Umlauf mit dem Führenden
über den Zielstrich zu hieven.
Shiden-Dominanz in der GT300
Yuji Tachikawa und Richard Lyons
(Cerumo-Lexus) verzeichneten bei ihrer Ankunft als Neunte demgemäß
einen Rückstand von einer Umrundung. Andre Couto und Kohei
Hirate (Sard-Lexus) sowie Ryo Michigami und Yuhki Nakayama
(Nakajima-Honda) lagen sogar zwei Runden zurück. Ralph Firman
und Yuji Ide (Autobacs-Honda) waren mit einem Vier-Runden-Rückstand
hingegen weit abgeschlagen. Hiroaki Ishiura und Kazuya Oshima
(Kraft-Lexus) mussten einen Ausfall in Kauf nehmen.
In der GT3-Kategorie deklassierten
Hiroki Katoh und Hiroshi Hamaguchi (Cars Tokai Dream28-Shiden)
sämtliche Gegner. Von der Poleposition gestartet, geriet ihre
Spitzenposition zu keinem Zeitpunkt ins Wanken, und die Überflieger
triumphierten mit einer Runde Vorsprung. In der Meisterschaft rutscht
das Duo damit auf Rang sechs vor.
Die Tabellenführer Nobuteru und
Taniguchi Ryo Orime (Amemiya-Mazda/44 Punkte) verteidigten wiederum
mit Ach und Krach ihren Platz an der Sonne und belegten Rang sieben.
Doch Kazuki Hoshino und Masataka Yanagida (Hasemi-Nissan) sind den
Mazda-Akteuren auf den Fersen und werden nach einem zweiten Platz
beim Gastspiel im Sportsland Sugo punktgleich mit den Spitzenreitern
geführt. Das Stockerl vervollständigten Koki Saga und
Kosuke Matsuura (arp-Toyota).
Die sechste Saisonrunde der japanischen
Super GT geht vom 21. bis 22. August in Suzuka über die Bühne,
wo den Protagonisten eine Distanz von 700 Kilometern bevorsteht.
Turner / Enge im Young Driver Aston Martin krönen ihr Wochenende mit einem überlegenen Start-Ziel Sieg im Meisterschaftsrennen. In der Gesamtwertung rücken die Beiden nun auf den dritten Platz vor. Wärend Thomas Mutsch punktelos blieb, bauten Bartel / Bertolini mit 8 Punkten die Führung in der Tabelle aus.