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Das Duell der HPD-Boliden ging an Strakka Racing, denn auch in der LMP2 war die Zuverlässigkeit der Siegfaktor. Sowohl der Gewinner als auch die beiden weiteren Podiumsplatzierten hatten keinerlei Probleme über die Renndistanz.
Es war dann doch nur die Weitergabe des Staffelstabes in der LMP2-Klasse. Nach den überlegenen Porsche RS Spyder der vergangenen Jahre waren 2010 die HPD-Fahrzeuge an der Spitze nicht zu schlagen. Sowohl Strakka Racing als auch Highcroft Racing fuhren mit ihren Fahrzeugen den Konkurrenten um die Ohren und kämpften nur untereinander, teilweise sehr interessant, um den Klassensieg.
Strakka-Bolide überlebt die Distanz
Zu Rennbeginn war die Frage, wer seinen Nachteil besser ausgleichen konnte. Highcroft Racing hatte eine ausgewogene Fahrerbesetzung. David Brabham, Marino Franchitti und Marco Werner fuhren alle auf einem sehr hohen Niveau, waren somit deutlich stärker einzuschätzen als das Trio bei Strakka Racing.
Hier mussten Danny Watts und Jonny Kane einen langsamen Geldgeber namens Nick Leventis mit durch das Rennen schleppen – Nachteil Strakka Racing. Dafür kannte das britische Team das neue Aerodynamikpaket bereits seit Saisonbeginn, denn die Mechaniker von Strakka Racing hatten es selbst entwickelt. Highcroft baute diese Teile erst zum Rennen in Le Mans an das Auto – Nachteil Highcroft Racing.
Es war also kein Wunder, dass bei Rennbeginn Strakka das Geschehen bestimmte, denn Danny Watts saß am Steuer des Fahrzeugs. David Brabham, Startfahrer bei den Amerikaner, konnte nicht mithalten, denn das Fahrzeug war zu stark auf Abtrieb eingestellt. Diese Situation hatte Bestand, bis man bei Highcroft für den Stint von Marco Werner den Flügel verstellte und in den Strakka-HPD Nick Leventis kletterte.
Sofort wendete sich das Blatt, Werner holte auf und ging schließlich auch in Führung bei den kleinen Prototypen. Zwei Dreher von Leventis und drei Reifenschäden bei Highcroft hielten das Duell auch in der Nacht weiter spannend, bis am Vormittag der Highcroft-Bolide in der Garage verschwand. Kühlprobleme zwangen Marino Franchitti immer wieder zu Boxenstopps, bis man das Auto komplett auseinandernahm. Am Ende überquerte der Schotte die Ziellinie noch symbolisch, kam jedoch nicht mehr in die Wertung.
Oak und RML mit souveränen Vorstellungen
So war der Sieg von Strakka Racing ungefährdet und Danny Watts, Jonny Kane und Nick Leventis durften sich die Krone der LMP2-Klasse aufsetzen. Der zweite Rang ging an den Oak-Boliden von Jan Charouz, Guillaume Moreau und Matthieu Lahaye, welche ein umspannendes Rennen ohne jegliche Probleme fuhren. Für Oak ist es das dritte Podium in Folge an der Sarthe. Rang drei ging an die RML-Truppe mit Tommy Erdos, Mike Newton und Andy Wallace. Auch der Lola mit HPD-Motor zeigte eine Leistung ohne Fehler und durfte daher das 24-Stunden-Rennen auf dem Podium beenden.
Ein Blick auf das deutsche KSM-Team: Trotz einiger Probleme mit der Elektrik und der Lichtmaschine sowie einigen Ausritten neben die Strecke, konnte das Team endlich eine Zielankunft in Le Mans verbuchen. Zwar wurde das Team von Kai Kruse und Hardy Schiller Neunter und letzter der LMP2-Klasse, doch das Ziel konnte man nach so vielen Anläufen nun erreichen. Auch der schweizerische Race Performance-Radical sah die Zielflagge, Pierre Bruneau steuerte das Fahrzeug auf Klassenrang sechs über die Linie.
Am Endergebnis lässt sich auch der Wandel der LMP2-Klasse von den Schrauberbuden zu echten Langstreckenfahrzeugen erkennen. Von zwölf Startern fuhren zehn über die Ziellinie, neun wurden gewertet. Damit lag die Ausfallquote deutlich unter jener der großen Prototypen. Doch auch die kleinen Boliden bekommen für das nächste Jahr ein neues Reglement aufgedrückt, und es bleibt nur zu hoffen, dass die Klasse damit nicht zurück in alte Tage fällt, in denen man froh war, ein Podium bilden zu können.
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